Print ist nicht tot: Warum Flyer und Mailings für KMU noch immer wirken
Alle reden von Online-Werbung. Eine Studie im Auftrag der Schweizerischen Post zeigt, warum gedruckte Werbung für KMU weiterhin stark ist – und wie Print und Online zusammenspielen.
Google Ads, Instagram, TikTok: Wer heute über Werbung spricht, meint meist Online-Kanäle. Trotzdem liegen in Schweizer Briefkästen weiterhin Flyer, Kataloge und persönlich adressierte Briefe. Lohnt sich das für ein KMU noch? Die Zahlen sagen: ja – vor allem in Kombination mit Online.
Was eine Schweizer Studie zeigt
Im Herbst 2019 befragte das Marktforschungsinstitut intervista im Auftrag der Schweizerischen Post 1000 Personen zwischen 18 und 80 Jahren aus der Deutsch- und Westschweiz zur Wirkung verschiedener Werbeformen. Einige Ergebnisse:
- Weniger störend: Werbung im Fernsehen empfanden 39 Prozent als störend, Werbung auf Websites 37 Prozent. Bei adressierten Mailings waren es nur 20 Prozent, bei Zeitungsinseraten 13 Prozent.
- Besser in Erinnerung: 32 Prozent erinnerten sich nach einem adressierten Mailing gut oder sehr gut an das beworbene Angebot. Bei Werbung auf Websites waren es 2 Prozent.
- Informativ und inspirierend: 41 Prozent fanden adressierte Mailings informativ, 40 Prozent inspirierend.
- Kaufauslöser: Bei 40 Prozent der Befragten haben adressierte Mailings am häufigsten zu einem Kauf geführt.
Die Studie ist einige Jahre alt, und Werbeverhalten verändert sich. Sie zeigt aber deutlich: Gedrucktes wird anders wahrgenommen als ein Banner, das man wegklickt.
Print und Online sind kein Entweder-oder
Laut der Studie MA Net 2025-2 der WEMF sind 94,4 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren in der Schweiz online. Ihre Kundschaft ist also im Netz – und hat trotzdem einen Briefkasten. Die Post-Studie fand zudem, dass etwa gleich viele Personen die Website eines Anbieters besuchten, egal ob sie Werbung per E-Mail oder per Post erhalten hatten. Der Wechsel vom Papier ins Internet ist also kein Hindernis.
So kombinieren Sie Print und Online sinnvoll
- Ein klares Ziel pro Drucksache: Ein Angebot, ein Aufruf – zum Beispiel «Jetzt online bestellen» oder «Termin buchen».
- QR-Code auf eine passende Seite: Nicht einfach auf die Startseite, sondern direkt auf das Angebot.
- Zielgruppe statt Giesskanne: Lieber 500 gut ausgewählte Haushalte in Ihrem Quartier als 10’000 zufällige.
- Wirkung messen: Ein eigener Gutscheincode oder eine eigene Webadresse zeigt, wie viele Anfragen der Flyer gebracht hat.
- Einheitlicher Auftritt: Logo, Farben und Sprache sollten auf Flyer, Website und Social Media gleich sein.
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